
Fastelovend vor 1874
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab in den Städten und
Gemeinden im Siebengebirge keine Karnevalsgesellschaften
und Vereine, die sich mit dem karnevalistischen Brauchtum
befassten.
Dennoch wurde hier urwüchsiger „Fastelovend“ gefeiert, so
ist überliefert, dass während der „drei tollen Tage“
gemütliche Sitzungen im freundeskreis und in den
Gastwirtschaften Honnefs abgehalten wurden. Narrenkappen
und ähnliche heutige gebräuchliche requisiten waren damals
noch ungebräuchlich, genauso, wie die Bütt in der heutigen
Form, nicht vorhanden war.
Aber humorvolle Redner, Liderdichter und Musikanten gab es
mehr als heute. In der Regel gehörte auch der Gastwirt zu
den Aktiven, er wusste in seiner fröhlichen Art seine
Gäste, die stadtbekannten Persönlichkeiten und Originale
zu veräppeln und durch den Kakao zu ziehen. Da die
Sitzungen im großen Gastzimmer , häufig auch kleines
Sälchen genannt , stattfanden und hierfür, entgegen
heutigem Brauch keine Miete gezahlt wurde, war der
Eintritt frei. Im übrigen wurde alles ais eigenen Kräften
gestaltet. Geld wurde nur gelegentlich gesammelt, und dem
Bürgermeister für die Armenkasse übergeben .
Selbst die musikalische Begleitung der selbstverfaßten
Karnevalslieder wurde ohne Honorar geliefert. Hier war es
die Tochter der Wirtsleute, die den Erfolg ihres
Musikunterrichts unter Beweis stellte, sie spielte
manchmal auf dem Piano mit vereinfachtem Zweifingersystem,
dort wirkte der " Mann mit dem uetschenbüggel "( Akkordeon
) und oft war auch ein Sänger zur Laute dabei. Solche, man
könnte sie Stammtisch - Sitzungen nennen, fast-nachlichen
Zusammenkünfte waren volstümlich und urgemütlich, man saß
eng beieinander und für Stimmung sorgte nicht zuletzt der
heimische Wein von der üomley oder vom Menzenberg.
Sitzungen dieser Art wurden um 1850, so ist es
überliefert, in einem halben Dutzend Wirtschaften und
Gasthöfen hier in Honnef abgehalten. Um diese Zeit wurden
in den dörflichen Sälen am Rosenmontag fastnachtliche
Tanzveranstaltungen abgehalten. Am Straßen - Karneval
beteiligten sich neben den Kindern insbesondere die
einheimischen Knechte und Mägde der Winzern und Bauern,
sowie die Gesellen der Handwerker. Die einzelnen Gruppen "
et Schmözje " genannt, kamen in den Gaststätten ihres
Wohnviertels oder des Strassenzuges, in den Tagen nach
Dreikönige (G.Januar ) zusammen. Es galt zu überlegen "
wat dommer dit Johr maache ? " ( Was machen wir in diesem
Jahr ? ).
GRÜNDUNG UND ENTWICKLUNG DER HüNNEFER GESELLSCHAFT "KG
HALT POL V.1874
Eine chronologische Darstellung der Geschichte, eine
folgerichtige Aufzählung der bemerkenswerten Ereignisse
sowie eine Benennung aller Präsidenten, Karnevalsprinzen
und Elferatsmitglieder ist in Ermanglung zuverlässiger
Dokumente leider nicht möglich.
Durch die beiden Weltkriege, die anschließenden Notzeiten,
oft aber auch durch Unaufmerksamkeit, sind der
Gesellschaft viele interessante Unterlagen verloren
gegangen und nur wenige Protokolle, Schriften und Akten
erhalten geblieben, Wenn trotzdem hier der Versuch
unternommen wird den Werdegang der Gesellschaft
aufzuzeichnen, so hat dazu die mündliche Überlieferung
betagter Bürger, die Stiftung älterer Liederhefte, sowie
die Auffindung von Zeitungsberichten ermutigt.
In diesem Zusammenhang darf nicht unerwähnt bleiben, dass
hinterlassene Schriftstücke des verehrten, leider
verstorbenen Heimatdichters Franzjosef Schneider wertvolle
Hinweise gegeben haben.
Der Heimgegangene gehörte schon in jungen Jahren zu den
Aktiven, mit seinem ganzen Herzen hing er an der " KG Halt
Pol ", für die er viele Karnevalslieder und Büttenreden
geschrieben und die er zum großen Teil in der Honnefer
Mundart selbst vorgetragen hat. Durch ihn, der mehrere
Mitgründer der Gesellschaft persönlich gekannt und erlebt
hat, ist übermittelt, daß vor den Fastnachtstagen 1874
eine erste Zusammenkunft der Honnefer Fastnachtsfreunde
stattgefunden hat. Im alten Gasthof Dell an der
Hauptstraße kamen damals mehrere Honnefer Bürger, Winzer,
Handwerker und Gastwirte zusammen, um über den
Zusammenschluß der Karnevalisten in Honnef zu beraten.
Diese Männer der ersten Stunde waren sich im Prinzip
schnell einig und alle der Meinung, daß es zweckmäßig sei,
anstelle der bis dahin in einzelnen Lokale durchgeführten
" Gasthaussitzungen " eine gemeinsame Karnevalssitzung
vorzubereiten.
Darüber hinaus wollte man aber auch
versuchen, einen größeren Karnevalszug zu organisieren.
Die Initiatoren, deren Namen leider nicht überliefert
sind, konnten mit Recht auf die Erfolge in der
Nachbarstadt Königswinter hinweisen.
Dort hatten sich bereits 1860 die närrischen Freunde unter
einer Narrenkappe vereinigt und seitens der Bevölkerung
Dank und Anerkennung insbedondere für ihre fröhlichen
Umzüge erhalten. Wo die erste Sitzung in Honnef
stattgefunden hat und wer zum Schultheiß gewählt wurde,
ist nicht bekannt. Dagegen ist überliefert, daß die
Akteure aber ab November 1874 fast jede Woche
zusammengekommen sind. Ein festes Stammlokal hatte man
zunächst nicht, weil mehrere Gastwirte dem Kreis
angehörten, jedem sollte die freundschaftliche
Verbundenheit bekundet werden. Am Schluß dieser
abendlichen Zusammenkünfte bevor es hieß " naachzesamme ",
wurde das Lokal für die nächste Woche festgelegt.
Die
Versammlungen standen unter dem Motto: " Wat mer donn, dat
soll ons gelle ! "
Erst einige Zeit später ist der Mottoname " Halt Pol "
gewählt und eingeführt worden. Aus dem ersten Wahlspruch,
der an anderer Stelle ausführlich erklärt ist, geht
hervor, daß es den Gründern vor allem um die Sache ging.
Man wollte im Karneval zusammenarbeiten, mit viel
Idealismus aber möglichst wenig Organisation und
Verwaltung.
Sicherlich hat der verhältnismäßig kleine Narrenkreis, der
im ersten Jahr die Kosten für die Veranstaltungen aus
eigener Tasche bezahlt hat, nach den tage3n des Karnevals
beraten und erkannt, daß es zweckmäßiger und
erfolgversprechender wäre, die Gesellschaft " Wat mer don,
dat soll ons gelle " auf eine breitere Basis zu stellen.
Man entschloß sich im Januar 1875, die Honnefer Bürger zur
Mitwirkung am fastnachlichen Brauchtum der Gesellschaft
aufzurufen. Nach dem Vorbild in anderen Städten sollten
möglichst viele Mitglieder geworben worden.
Aus dann folgenden Zeitungsanzeigen ist zu ersehen, daß
der Vorstand bereits für Donnerstag dem 4. Februar 1875 im
Hotel de Berghes zu einer großen Damensitzung eingeladen
hat, ein späterer Bericht sagt : Diese Veranstaltung kann
als wohl gelungen in Bezug auf Besuch und Humor bezeichnet
werden.
Das Motto " Wat mer donn, dat soll ons gelle ", unter dem
sich die Gründer im Jahre 1874 zusammengeschlossen hatten,
wurde in den ersten drei oder vier Jahren als
Gesellschafsnamen beibehalten.
Zum erstenmal ist der Name
Honnefer Carnevals - Gesellschaft " Mir hale Pol in einer
Anzeige erwähnt, in der zu einer Sitzung am 13. Januar
1878 in den Narrensaal des Hotel de Berghes eingeladen
wird. In dieser Einladung heißt es :
Nur frisch heran Ihr Leut
Es ist noch eben Zeit,
Ihr zahlet nur 3 Mark
Für diesen lump,gen Quark
Genießt in uns´rer Runde
Ihr manche schöne Stunde
Wir lachen, scherzen, singen, trinken
Und lassen nie den Frohsinn sinken.
Wir hetzen nicht, wir sticheln nur,
Und schlägt einer über die Schnur
So heißt es : Foos bei Mol "
Bei uns - " Mir halen Pol ".
DER HANSWURST
im gleichen Jahr erschienen aber auch Inserate, in denen als Veranstalter die Honnefer " KG Halt Pol " genannt wird.
Die Umbenennung wurde warscheinlich am Stefanstag 1877 durchgeführt. Auf die Namen beziehungsweise Wahlsprüche wird im nächsten Abschnitt ausführlich eingegangen.
Um die Jahrhundertwende wurde das fastnachliche
Geschehen in unserer Stadt allein von der " KG Hai P01 "
getragen. Die "HALT PÖLER " waren inzwischen erfahrene
Brauchtumsfreunde geworden, die mit ganzem Herzen an der
Heimat und ihrem alten Brauchtum hingen. In Jahrelanger
Arbeit hatten sie ein festes Fundament geschaffen, In
echter Freundschaft haben sie gemeinsam gewirkt und
schließlich in der Bürgerschaft Anerkennung gefunden, sie
konnten stolz sein auf ihre beachtlichen Erfolge, die weit
über den Siebengebirgsraum hinaus in Zeitungsberichten
erwähnt wurden.
Aus ihrem Narrenkreis wählten sie jeweils den
schlagfertigsten und witzigsten zum Präsidenten, dem ein
fleißiger und ideenreicher Elferat zur Seite stand. Der
Elferat selbst setzte sich aus Liederdichtern
Büttenrednern, Schauspielern und Krätzchessängern
zusammen, die in der Lage waren, drei oder vier Sitzungen
in einer Session zu gestalten.
Wenn die Gesellschaft zu einer Veranstaltung aufrief,
wußte die Bürgerschaft, dort kann man ohne Bedenken
hingehen. Selbst die damals noch streng und wohlbehüteten
Töchter und Söhne der hiesigen Familien durften, wenn sie
18 Jahre alt waren, mit zur Sitzung oder zum Ball. Die
Säle waren immer bis zum letzten Platz gefüllt, es gehörte
fast zum guten Ton, man mußte bei " Halt Pol " dabei
gewesen sein. Die humorvollen " Pöler " gestalteten keine
steifen Feste, ihre Veranstaltungen waren nicht für die
sogenannten " Feinen Leute " gedacht. Auf ihren Festen
ging es urgemütlich, rheinisch d.h. fröhlich zu. Man
erwartete die heiteren Bürger, die herzlich zu lachen
verstanden, wenn die Vortragenden den Nagel auf den Kopf
trafen.
Die bekannten Zeitverhältnisse haben leider verhindert, daß die KG " HALT PUL " die ihr zustehenden Feste in den vergangenen Jahren feiern konnte. Weder 1924 ( 50 Jahre ) noch 1949 ( 75 Jahre ) konnte man jubilieren, die Zeiten waren zu ernst. Über zwei Gründungsfeste, die im neunzehnten Jahrhundert gefeiert wurden, wäre zu berichten-
Auch soll das 9o. Stiftungsfest, welches im Jahre 1964 bei vielen noch in guter Erinnerung - besonders erwähnt werden.
Elf Jahre "HALT POL " - von 1874 - 1885
Durch Berichte und Anzeigen ist belegt, daß im Jahre 1885
das elfjährige Bestehen der Gesellschaft zünftig und
festlich gefeiert worden ist. Man hatte zwar auf einen
großen Karnevalszug verzichtet, weil im Vorjahr ein gut
ausgestatteter Zug mit vielen Wagen und mehreren
Musikkapellen durch Honnef gezogen war, dafür sollte die
Zahl der Sitzungen und Tanzveranstaltungen vermehrt und
für eine schöne und humorvolle Saaldekoration und einige
Überraschungen gesorgt werden. Mit den Vorbereitungen
wurde am 26.Dezember 1884 begonnen. Man wählte an diesem
Tag einen neuen Präsidenten und den Elferat, ob die alten
bewährten Streiter gegen Griesgram und Muckertum
wiedergewählt worden sind, ist nicht bekannt, aber
anzunehmen. Wie im Abschnitt " Liederhefte " erwähnt,
hatte man 1882 so verfahren, vielleicht wurde auch nur ein
neuer Präsident gewählt. Aus den Berichten geht ferner
hervor, daß man mit Eifer, Fleiß und guten neuen Ideen die
Jubiläumsveranstaltungen vorbereitet habe. Die Aktiven
waren viel unterwegs, manche Ehefrau, so berichtet et
Freudoblömche, sagte - Wenn de Vatte de Fastelovendskrom
en de Täsch packte : " Jeste ad widde, et es hök at de
drette Ovend dies Woch . "!
25 – jähriges Jubiläum
Im Jahre 1899 konnte die KG " Halt POL " auf eine 25
jährige erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken.
Einer der Mitbegründer, der Straßenmeister Bauer, der in
der Asbacher Strasse eine Gastwirtschaft betrieb, war
inzwischen zum Präsidenten der Gesellschaft gewählt
worden. Präsident Bauer und sein Elferrat, zu dem unter
anderem der bewährte Aktive Jakob Biesen gehörte, sowie
der Schatzmeister Johannes Kolfenbach ( Weinhändler ) und
der Archiv-Verwalter (Protokolarius) Joseph Stockhausen
begannen bereits Mitte 1988 das Jubiläum vorzubereiten.
Das Vereinslokal befand sich damals im Hotel Webel (Fa.
Retz ), dessen Inhaber Ketzter, Mitglied der Gesellschaft
war. Über 100 eingeschriebene Mitglieder, für die damalige
Zeit eine beachtliche Zahl, brachten ihr Scherflein zum
Jubelfest, dem nachmaligen Weinhändler Johannes Kolfenbach,
genannt Kolfenbachs Hännesche, der vom Elferrat im
Jubeljahr zum Prinzen gekürt wurde.
Zwei ausgefallene Jubelfeiern - 1924 und 1949 -
Wie bereits an andere Stelle erwähnt, war unser schönes
altes Brauchtumsfest, während und nach dem ersten
Weltkrieg fast 10 Jahre in der Versenkung. Als Tod und Not
in unserer Heimat regierten, verlangte niemand nach
fröhlichen Sitzungen und schon gar nicht nach Maskeraden
und bunten Umzügen.
Nachdem die mörderischen Jahre vorüber waren, kam
schließlich die Inflationszeit.
Die KG "MALI PUL " konnte im Jahre 1924 auf ihr 5o
jähriges Bestehen, aber nur auf eine 4o jährige Tätigkeit
zurückblicken. Gelegentlich trafen sich die früheren
Aktiven am Stammtisch, von einer Jubelfeier war natürlich
keine Rede, es war weder Geld in der Vereinskasse noch
verspürte man Lust zum fröhlichen Feiern, Im übrigen waren
öffentliche Veranstaltungen von der damaligen
Besatzungsmacht ( Engländer ) verboten.
Erst in den folgenden Jahren regte es sich im Volke, man
begann das heimatliche Brauchtum wieder aufzubauen. Die
Fastelovendsjecke setzten sich nach rheinischer Art mit
dafür ein, daß Sorgen und Nöte, die ganze lo jährige
Misere zunächst wenigstens für einige Stunden vergessen
wurden.
Diesem verpaßten Jubelfest folgte im Jahre 1949 ein
weiteres, das nicht gefeiert wurde. Zu dieser Zeit hätte
man das 75 jährige Stiftungsfest feiern können, wenn - ja
wenn nicht wiederum ein Krieg dem Brauchtum und so vielen
anderen liebgewordenen Dingen ein äußeres und inneres
Verbot auferlegt hätte. Am Siebengebirge hatte man bereits
1946 hier und da begonnen, den Karneval wieder neu zu
beleben. In dieser Zeit ist von fröhlichen Menschen vieles
für die hart getroffenen und jahrelang unterdrückten
Menschen in fastnachtlichen Sitzungen geboten worden. Die
alten Freunde jedoch waren nicht mehr beieinander, viele
kehrten aus dem Kriege nicht zurück, man gründete neue
Gesellschaften, doch schließlich waren die " PÖLER "
wieder zusammen. Das verpaßte " 75 jährige " wurde im
Jahre 1964 nachgefeiert.
Das 90 jährige Jubiläum
Am 31. Januar 1964 wurde im Rahmen einer prächtigen und
gut besuchten Jubiläumssitzung das 9O jährige Bestehen der
Gesellschaft " MALI PUL " gefeiert. Der karnevalistisch
buntgeschmückte Kurhausaal erstrahlte in festlichem Glanz,
als an jenem Abend um 20,11 Uhr die Leibgarde der
Gesellschaft (Blau-Weiß Ittenbach ) mit dem Elferrat
einzog. Voran der Musikzug, der weit über die Grenzen der
Siebengebirgslandschaft bekannten Ittenbacher Funken
Blau-Weiß, dann die Funken in ihren Traditions-Uniformen
und schließlich der frohgestimmte Elferrat, angeführt vom
humorgeiadenen Präsidenten Willi Drossard.
Dem närrischen Publikum wurde in dieser wohlgelungenen
Jubiläumssitzung nicht nur die Kölner Spitzenredner
präsentiert, auch namhafte Karnevals-Korps verschönerten
durch ihre Aufzüge und Tänze das dargebotene Programm. Ein
Höhepunkt des Abends war wohl der Auftritt der Kölner
Funken Rot- Wiess mit ihrem prächtigen lanzmariechen, die
mit lang anhaltendem Applaus empfangen und verabschiedet
wurden.
Nicht zuletzt aber ist auch der Einzug des Siebengebirgs-
Prinzen Prinz Hans der V. noch in guter Erinnerung, auch
er wurde mit großem Jubel empfangen und vom Präsidenten in
launige, humorvollen Worten begrüßt.
Das 100 jährige Jubiläum
Anläßlich des 100 jährigen Jubiläums stellte die
Gesellschaft im Jahre 1974 den siebzehnten Prinzen Se.
Tollität Prinz JUPPI l vom Siebengebirge.
Auch die Namen der Präsidenten, die in den vergangenen
Jahren die Gesellschaft
geführt, in den Sitzungen für Schwung und Stimmung gesorgt
haben, sind
leider nicht alle bekannt.
In alten Schriften und Zeitungsberichten fanden sich
folgende Namen :
1878 PRÄSIDEN! A. FUCHS
1882 PRÄSIDENT WIENANÜ KÜRFER
1899 PRÄSIDENT H. BAUER, STRASSENMEISTER UND GASTWIRT
1926 PRÄSIDENT FRIEDRICH BORGELT
1931 PRÄSIDENT JEAN RECHMANN
1952 PRÄSIDENT WILLI BLUM
1954 PRÄSIDENT WILLI DROSSARD
1975 PRÄSIDENT KURT WAHLSCHEID
1978 PRÄSIDENT JUPPI PÜTZ
2003 PRÄSIDENT JÖRG PÜTZ
Neben den verdienstvollen Heimatfreunden sollen die
vielen Vorstands mitglieder, Schatzmeister, Schriftführer,
Bühnen und Wagenbauer, nicht zuletzt aber auch die
Liederdichter, Sänger und Büttenredner wenn auch nur
global und ohne Namensangabe hier lobend erwähnt werden.
Alle haben den Bürgern unserer Stadt viel Freude bereitet
und der Gesellschaft große Dienste erwiesen.
KARNEVALSPRINZEN DER KG " HALT POL V. 1874 " IN DEN
VERGANGENEN JAHREN.
Die Namen der Toilitäten, die in den vergangenen
Jahrzenten das Narrenreich Bad Honnef in den
Karnevalstagen regiert haben, sind leider nicht alle
bekannt.Ebenso sind die Namen der Damen nicht bekannt, die
in den ersten fünfundzwanzig Jahren als Prinzessin Venetia
an der Seite der prinzlichen Tollität gestanden haben. Im
Jahre 1899, als die KG "HALT POL " ihr
fünfundzwanzigjähriges Bestehen feierte, wurde der
Weinhändler Johannes Kolfenbach zum närrischen Herrscher
proklamiert.
1926 Prinz Peter I Peter Reuffel
1927 Prinz Josef I Josef Reinarz, Fabrikant
1928 Prinz Peter II Peter Gelsdorf, Dipl. Ing.
1929 Prinz Fritz I Dr.Fritz Mayer (Kurhaus)
1930 Prinz Jean I Jean Rechmann
1936 Prinz Hans III Hans Thelen
1947 Prinz Emil I Emil Putsch
1948 Prinz Toni I Toni Sebastion, Vers. Kaufmann
1949 Prinz Heinz I Dr. Heinz Dahm, Rechtsanwalt
1950 Prinz Hans I Hans Bungard
1951 Prinz Johannes Dr. Johannes Hüppler
1952 Prinz Hans II Hans Haas
Im Jahre 1953 wurde der Bund Deutscher Karneval neugegründet und anschließend der Festausschuß Siebengebirge. Die KG "HALT POL v 1874 " schloß sich diesen Verbänden an und erklärte sich damit einverstanden, daß in jedem Jahr ein Siebengebirgsprinz gekürt wurde.
Die KG "HALT POL " stellte bisher zwei
Siebengebirgsprinzen :
Im Jahre des 100 jährigen Jubiläums Prinz Juppi I ( Juppi
Pütz ) und im Jahre 1985 zum 111 jährigen Jubiläum Prinz
Bernd der I und Prinzessin Christine die I ( Bernd und
Christa Brenker ).
In den ersten Nachkriegsjahren nach dem 1. Weltkrieg
hat man Seiten der KG " HALT PUL ", die Notleidenden und
Kriegswaisen nicht vergessen.
Die Gesellschaft hat die Bedürftigen schon im ersten Jahr
des Bestehens wiederholt im Laufe der Session so auch
Weihnachten eingeladen, Sie bestens bewirtet und reichlich
beschenkt.
In den folgenden Jahren stand der Karneval wieder einmal
im Zeichen der wirtschaftlichen Notlage, weitestete
Bevölkerungskreise und besonders der Mittelstand waren von
der Geldknappheit betroffen.
Es war die Zeit da man auf Sitzungen und Bällen Getränke
mitbrachte und um die Kosten für ein Abendessen zu sparen
ein Butterbrot eingesteckt hatte. Die Gastronomen
verkauften an manchem Abend mehr Sprudelwasser als Wein,
Sektkorken waren kaum zu hören., es waren für alle
Beteiligten schon schlimme Tage. Trotz dieser Misere
munterte der damalige Präsident Borgelt seine Mannen auf,
so wurde für 1928 erneut ein für diese Verhältnisse
reichhaltiges Programm vorbereitet. Inzwischen hatte der
närrische Rat weitere Freundschaf ten mit auswärtigen
Gesellschaften geschlossen.
Auf der Gala - Sitzung im Städtischen Kursaal Honnef
konnte der Präsident den Vorsitzenden Freiherr von
Solemacher und den Geschäftsführer des Bonner Rosenmontags
-zuges Schütz begrüßen, sowie die drei Bonner
Gesellschaften "Rheinische Funken " , "Alaaf Bonn " und "
Freundschaftsbund ".
Die Akteure die sich vor hundert Jahren und mehr um Aufbau
und Fortentwicklung der neu gegründeten Honnefer
Karnevalsgesellschaft "HALT PUL " kümmerten, trafen sich
damals ab November mehrmals in der Woche. Für ein festes
Stammlokal hatte man sich zunächst nicht entschieden, weil
mehrere Gastwirte der Gesellschaft beigetreten waren,
jedem wollte man die närrische Verbundenheit zeigen. So
wurde am Schluß der abendlichen Besprechungen " bevor et
heeß "
" Nachzesamme ", das Lokal für die nächste Besprechung
festgelegt.
Bei den vorbereitenden Gesprächen im kleinen
Freundeskreis, wurden neben organisatorischen Dingen
vornehmlich, die Lieder und Büttenreden durchgesprochen
und vorbereitet.
Die selbstverfassten Fastelovendsleeder füllten damals
noch einen beachtlichen Teil der Sitzungen aus, das
Publikum wollte sich damals nicht Vorsingen lassen,
sondern selbst durch fröhlichen Gesang am Geschehen
mitwirken. Die Büttenredner trugen ihre Reden zunächst im
kleinen Kreis vor, von dem einen und anderen erhielten Sie
Anregungen, örtliche Begebenheiten wurden in froher Laune
zum Besten gegeben. Was der eine nicht wußte, brachte der
Andere, so kamen die tollsten, wirkungsvollsten und
zündensten Büttenreden zu stande.
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